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Neue Westfälische, Montag, 20. November 2000 
Mit Bockwurst zum Sieg
"Corinna Schumacher" schlägt "Bio-Bomber Berta"
Stolzes Huhn: "Corinna Schumacher" heißt die Siegerin des ersten Hühnerrennens. Von Halter Axel und Nora Kohlmeier mit Bockwurst gelockt, erreichte sie nach 19,66 Sekunden das Ziel. Foto: Neugebauer
Leopoldshöhe (neu). Bürgermeister Gerhard Schemmel brachte es auf den Punkt: "Was für Baden-Baden das Pferderennen ist, ist für Asemissen das Hühnerrennen". Nach Wochen des Trainings war es jetzt endlich soweit. In der Festhalle in Asemissen gingen beim bundesweit ersten Hühnerrennen 29 Federviecher an den Start und kämpften um Urkunden und Pokale. Sieger der Veranstaltung wurde "Corinna Schumacher". In sagenhaften 19.66 Sekunden legte sie, von Halter Axel Kohlmeier mit Bockwurst gelockt, die sechs Meter lange Rennstrecke zurück.
Schon bei den Vorläufen war das Zuschauerinteresse gewaltig. Dicht an dicht drängten sich die Hühnerfans an dem Drahttunnel, durch den die Tiere laufen sollten. Die wollten jedoch zunächst gar nicht: "Die vielen Menschen haben sie abgeschreckt, so dass die Hühner nicht die im Training gezeigten Leistungen erbringen konnten", beschrieb Rennleiter Georg Clasbrummel vom Rassegeflügelzuchtverein Schuckenbaum die psychologischen Aspekte des Wettkampfes. Damit noch genug Hühner für die weiteren Läufe übrig blieben, wurde in einer Regeländerung die Höchstzeit von zwei auf sechs Minuten hochgesetzt.
Am nächsten Morgen dann eine völlig andere Situation: Als wären Huhn und Halter über Nacht nochmal ins Trainingslager gegangen, flitzten die Tiere nur so über die Piste aus Wellpappe. Zeiten unter einer Minute waren keine Seltenheit mehr.
Vier Hühner waren es, die sich für das Finale qualifizieren konnten. Im Rennen um Platz drei traten "Speedy aus dem Sauerland" von Halter Thomas und Alexander Meise gegen "Berta aus Detmold" von Monika Kost an. Leichte Irritationen nach dem Start: Berta scheint eher zurück nach Detmold und nicht ins Ziel zu wollen", kommentierte Georg Clasbrummel die plötzliche Richtungsänderung des Huhnes. Ein Orientierungsfehler, der dem Federvieh den dritten Platz kostete. Um Längen voraus überschritt "Speedy" die Ziellinie nach 36 Sekunden.
Vor dem Finallauf wurde die Piste noch einmal präpariert, Nudelreste und Körner entfernt, um beste Voraussetzungen für das wichtigste Rennen zu schaffen. Mit "Bio-Bomber Berta" aus dem Stall Florian Plöger und "Corinna Schumacher" standen sich zwei Kontrahenten gegenüber, die beide das Zeug zum Sieg hatten. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf Rennen erreichte "Corinna Schumacher" nach nur 19,66 Sekunden das Ziel. Erschöpft, aber glücklich, stellte sich das Huhn den drei anwesenden Kamerateams und den Fotografen.
Mit Garnelen war bei "Corinna" kein Staat zu machen
Das Huhn war von Axel Kohlmeier und Tochter Nora kontinuierlich auf den großen Tag vorbereitet worden. "Erst haben wir es mit Körnern gelockt, später haben wir Garnelen probiert. Mit Bockwurst klappte es am besten", berichtet der Halter von den kulinarischen Vorzögen seines Vorzeigehuhnes.
Georg Clasbrummel, der die Idee zum Rennen hatte, plant bereits für die Zukunft: "Wir könnten das Rennen auf verschiedenen Courts austragen." Denkbar wäre auch die Etablierung einer Liga mit Ausscheidungen auf Bundesebene, deutsche Meisterschaften und Freundschaftsrennen unter den Rassegeflügelzuchtvereinen.
2003