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Die Glocke, Dienstag, 21. November 2000 
Hühner-Wettkampf
Hennen rennen besonders gern für Heißwurst
Leopoldshöhe (ddp). Sie heißen "Henriette vom schnellen Fuß", "Corinna Schumacher", "Speedy aus dem Sauerland" oder "Berta aus Detmold". Alle waren Favoriten beim bundesweit ersten Hühnerrennen im ostwestfälischen Leopoldshöhe (Kreis Lippe). Veranstalter dieses ungewöhnlichen Wettkampfs war der Rassegeflügelzuchtverein Schuckenbaum.
  Statt des bei Rennen sonst üblichen Benzingestanks umwaberte den Zuschauer an der Rennpiste der dezente Geruch eines Hühnerstalls; statt zerfetzter Reifen flogen Federn umher, und ein stolzes "Kikeriki" ersetzte die sonst laut aufheulenden Motoren. Beim freien Training im "Hockenheim der Hühnerwelt" zeigten die Akteure bereits beachtliche Leistungen. Die Hauptakteure starteten "Athlet gegen Athlet".
 
  Zunächst saßen die Hühner in einer Startbox, vor ihnen die sechs Meter lange Rennstrecke: Ein Maschendrahttunnel. Die Regeln bestimmten, dass der Parcours innerhalb von zwei Minuten absolviert werden musste, ansonsten war für das betreffende Huhn das Rennen beendet. In den Vorläufen qualifizierten sich die acht schnellsten "Rennhühner" für die Zwischenläufe, danach ging es im K.o.-System weiter.
  Natürlich mussten die Eier legenden Stars motiviert werden. Erlaubt war jedoch nur das Locken durch Zurufe oder Futtermittel. Erst am Ende stellte sich heraus, dass gekochte Nudeln, Heißwurst oder Krabben aus jedem Huhn einen "Speedy" machen.
  Auch über seine Form verriet das rennbegeisterte Federvieh anfangs noch nicht viel. Favoritin Henriette stolzierte erhobenen Hauptes Piste, fand zwar nicht immer den direkten Weg, erreichte aber in der vorgeschriebenen Zeit das Ziel. Schließlich erhielten Siegerin Corinna Schumacher und Besitzerin Nora Kohlmeier ein Partypaket einer bekannten Doppelkornfirma. Nur ein schnelles Huhn bekommt eben einen Korn.
 
Günter Schröder
2003