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Westfalen-Blatt, Dienstag, 21. November 2000 
Gelungene Premiere: Besucheransturm beim bundesweit ersten Hühnerrennen
Statt Eierlegen lieber "Spitzensport"
Entschlossen strebt dieses Huhn dem Ziel entgegen. Foto: Raczek
Leopoldshöhe (rac). Dass die Organisation eines Hühnerrennens und einer Ortsschau so anstrengend sein kann, hatte sich Georg Clasbrummel vom Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) Schuckenbaum nicht träumen lassen. Einen Tag nach dem Besucheransturm auf das bundesweit erste Hühnerrennen in der Festhalle Asemissen ist der 50-jährige "hoch zufrieden und immer noch kaputt".
Mit ihrer witzigen Aktion - das WB berichtete - haben die Schuckenbäumer ein Interesse entfacht, von dem Rassegeflügelzüchter nur träumen können: Gleich vier Fernsehteams tummelten sich inder Halle, um sich die gefiederte Premiere vicht entgehen zu lassen.
"Eine normale Geflügelschau ist eher etwas für Fachleute oder deren Angehörige und Bekannte", macht sich Georg Clasbrummel nichts vor. Am Wochenende war das anders. "Es kamen sehr viele Leute, die noch nie bei so einer Schau waren. Die Halle war rappelvoll."
Bei den ersten Läufen hätten die Zuschauer regelrecht getobt, erzählt Clasbrummel. Sehr zum Leidwesen der Hauptdarsteller, die oft gar nicht mehr wussten, in welche Richtung es zum Ziel ging. "Die Zuschauer dürfen nicht so nah ran an die Rennbahn wie am Samsteg. Die Tiere waren völlig verwirrt." Auch dass das Hauptrennen erst am Sonntag aum 17 Uhr gestartet wurde, war nicht ideal. "Das ist die Zeit, zu der die Hühner normalerweise auf die Stange gehen", weiß Clasbrummel.
"Corinna" vorn
Hatten die Tiere während der Vorläufe noch mit der Orientierung zu kämpfen, waren sie am eigentlichen Renntag un so entschlossener. Nur 19.66 Sekunden brauchte "Corinna Schumacher" im Finale - mit Bockwurst gelockt - für den sechs Meter langen Drahttunnel. Damit verwies das Huhn von Axel Kohlmeier und Tochter Nora nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen Florian Plögers "Bio-Bomber Berta" auf den zweiten Platz. Thomas und Alexander Meise hatten "Speedy aus dem Sauerland" ins Rennen geschickt und wurden mit dem dritten Platz belohnt.
Auch bei dr Geflügelschau, bei der von der 34 teilnehmenden Züchtern rund 300 Gänse, Enten, Hühner und Tauben gezeigt wurden, setzten die Tierliebhaber auf mehr Offenheit und neue Ideen. Die Käfige hatte sie in kurzen Reihen schräg in der Halle platziert. Dazwischen lockerten Volieren das Bild auf. Ein Bücherpavillon bot Gelegenheit zum Stöbern. Zudem waren Georg Clasbrummel, Mitorganisator Thomas Meise und der Vorsitzende Arnold Schmidtpott für Besucher sofort an dem neu gestalteten Vereinslogo auf ihren Swetshirts als Ansprechpartner zu erkennen. "Es ging vor allem darum, den Verein offen zu präsentieren", fasst Georg Clasbrummel das vergangene Wochenende zusammen.
Mit einer so großen Resonanz auf das Hühnerrennen hatte Clasbrummel nicht gerechnet. Wen wundert es bei so vielen Zuschauern, dass für das kommende Jahr eine Neuauflage geplant ist?
2003