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 Lippe aktuell, Mittwoch, 22. November 2000
Schuckenbaumer Rassegeflügelschau lockte zahlreiche Besucher in die Asemisser Festhalle
Hühnerrennen entpuppte sich als Publikumsmagnet
"Corinna Schumacher" siegte vor "Bio Bomber Berta" in absoluter Rekordzeit
Leopoldshöhe-Asemissen (nok). Es war eine geniale Idee. Noch nie hat eine lokale Rasse- und Ziergeflügelschau ein so großes Publikums- und Medieninteresse (fünf Fernsehsender, drei Radiostationen und acht Vertreter der schreibenden Zunft) hervorgerufen, wie die jüngste Ausstellung des Schuckenbaumer Vereins. Grund dafür waren nicht etwa die prämierten Tiere, sondern ein erstmalig durchgeführtes Hühnerrennen. Als "Dana von Dullrott", "Corinna Schumacher", "Karlchen der Schnelle" oder auch "Speedy aus dem Sauerland" am Samstagnachmittag erstmalig auf die sechs Meter lange Wellpappen-Strecke gingen, drängten sich die Zuschauer in mehreren Reihen um das "Hühnerdrom".
  Zum 40jährigen Jubiläum des Rasse- und Ziergeflügel-Zuchtvereins Schuckenbaum hatten einige Mitglieder die zündende Idee: "Wir wollten unsere lokale Ausstellung etwas aufwerten, die Tierschau für das normale Publikum interessanter gestalten und sind dabei auf die Idee mit dem Hühnerrennen gekommen. Eigentlich sollte dies nur Beiwerk zur Ausstellung werden. Nun ist die Ausstellung beinahe zum Beiwerk des Rennens geworden", meinte thomas Meise, der das Rennen der gefiederten Freunde zusammen mit mehreren Vereinkameraden und dem Vorsitzenden Arnold Schmidtpott organisiert hat.
 
  Schon zu den Vorläufen am Samstag "platzte" die Festhalle am Asemisser Sportplatz aus allen Nähten. Selbst bei festlichen Anlässen war die Halle in der Vergangenheit nicht voller. "Mit einer solchen Reaktion haben wir beim besten Willen nicht gerechnet. Wir sind aber schon etwas stolz, dass wir mit dieser Idee den großen überregionalen Ausstellungen einen Schritt voraus sind.
  Alle kämpfen um die Gunst des Publikums. Wir haben es mit einer simplen Geschichte geschafft, die Rasse- und Ziergeflügelzucht für die breit Masse interessant zu machen", resümierte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Georg Clasbrummel.
  Wer bei dem Hühnerrennen nun um Zehntelsekunden sprintende Zwergwyandotten, stürmische Bantam-Hühner, wilde Zwer-Brahma oder auch wieselflinke Plymouth-Rocks erwartet hatte, der sah sich am Ende enttäuscht. Hühner sind nun einmal bequeme und menschenscheue Tiere, die nicht einfach auf Kommando auf Zuschauermengen lossprinten. So war beim "Qualifying" in erster Linie Geduld gefragt.
  "Karlchens" Zeit von 1:43 Minuten war für die sechs Meter lange Strecke schon ein Top-Ergebnis. Viele scheiterten an der Qualifikationshürde von fünf Minuten, weil die Hühner nur zögerlich aus der Startaufstellung kamen oder nach einem "Dreher" in umgekehrter Richtung weiter liefen.
 
  Die acht Zeitbesten der samstäglichen Vorläufe bestritten das Viertelfinale. Im K.O.-System traten sie im Parallelrennen gegeneinander an. Am Nachmittag folgten die spannenden Finale. Im Rennen um Platz drei besiegte das aus Iserlohn angereiste "Speedy aus dem Sauerland" (mit Züchter Thomas Meise) die braune "Berta" mit Züchterin Monika Kost aus Oettern-Bremke. Im Finale standen sich "Corinna Schumacher" aus Bielefeld (Nora Kohlmeier) und die von Florian Plöger gezüchtete "Bio Bomber Berta" gegenüber. "Corinna" machte dem Namen Schumacher alle Ehre und stellte mit 19 Sekunden einen absoluten Streckenrekord auf, indem sie einer schmackhaften Bockwurst hinterher stürmte.
  Die Mitglieder des RGZV Schuckenbaum und Umgebung hatten in der Festhalle aber nicht nur einen interessanten Rennparcours, sondern auch eine sehenswerte Ausstellung aufgebaut. Zwischen den rund 300 Hühnern, Gänsen, Tauben, Enten und Ziergeflügel haten die Organisatoren auch einige Vogelvolieren aufgebaut. Einen Blickfang stellte auch ein großes Wagenrad dar, in dem verschiedene eier auf körnigem Untergrund präsentiert wurden. Bei einer Tombola gab es viele Sachpreise zu gewinnen und einem weiteren Stand gab es ausreichend Fachlektüre zur Geflügelzucht, sowie Informationen über die lippische Heimat. Die ausgestellten Tiere wurden am Samstag von erfahrenen Preisrichtern nach verschiedenen Kriterien bewertet. Dabei gab es zahlreiche Preise für erfolgreiche Züchtungen. Einen Landesverbandsehrenpreis erhielt Wilfried Stipp (Rouen-Enten, wildfarbig), Reinhard Jaschke (Bantam, schwarz), Stefan Gertz (Jugend/Zwerg-Brahma, rebhuhnfarbig gebändert). Kreisverbandsehrenpreise sicherten sich Fritz Heidsiek (Hamburger, schwarz), Reinhard Jaschke (Bantam, schwarz), Herbert Lütkemeier (Norwich-Kröpfer, schwarz), Thomas Meise (Zwerg Croad-Langschan, schwarz), Rudolf Fliege (Zwerg Welsumer, rostrebhuhnfarbig) und der Jugendliche Marcel Podshocijs (King, blau mit schwarzen Binden).
 
  Gemeindeehrenpreise gingen an Hans-Rainer Kuhlmey (Plymouth-Rocks, schwarz), Werner und Gertrud Blanke (Rhodeländer, rot), Erich Warkentin (Aachener Lackschildmövchen, schwarz), Thomas Meise (Zwerg Sundheimer, hell) sowie Heinz Morawe (Indische Zwergkämpfer, fasanenbraun).
  Neuer Vereinsmeister des RGZV Schuckenbaum und Umgebung wurde Erich Warkentin mit seinen Aachener Lackschild-Mövchen (schwarz).
  Den Jugendpokal sicherte sich Marcel Podshocijs mit seinen King Tauben (blau mit schwqarzen Binden). Wanderpokale für die Einzelwertungen gewannen Erich Warkentin (Tauben), Heinz Morawe (Zwerghühner) sowie Werner und Gertrud Blanke (Hühner).
2003