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| Begeisterung, Spannung und pure Freude am Federvieh |
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Events
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Gallotainment
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| Lippe aktuell, Mittwoch, 01. September 2004 |
| Ohne Tricks wurden die natürlich aufgezogenen
Hühner »Deutsche Meister« |
| Nur vier Teams gingen an den Start |
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Auf die seltene Rasse Zwerg-lakefelder und ihren natürlichen
Bewegungsdrang setzten die späteren Sieger Marco Darnauer
und Erhard Struckmeier aus Bünde.
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| Leopoldshöher-Asemissen (kd). Ohne Trikot,
ohne Helm, ohne Startnummer und selbstverständlich auch
ohne Jockey - wenn ein Rennhuhn losläuft, ist es sich
selbst genug. Wie bitte, Rennhuhn? Aber sicher, der Leopoldshöher
Geflügelzüchter Georg CIasbrummel richtete am Sonntag
in der Festhalle Asemissen bereits zum dritten Mal einen
solchen Wettkampf aus. Die Ver- anstaltung firmierte anspruchsvoll
als »Offene deutsche Rennhuhnmeisterschaft«. |
| Handelt es sich nur um einen Jux oder steckt doch eine
ernste Absicht dahinter? Die Frage beantwortete Clasbrummel
mit dem Satz: »Es macht erst mal Spaß.« Aber dennoch erhofft
er sich auch eine aufklärende Wirkung: »Die Zuschauer
entdecken: Nicht alle Hühner sind braun. Oft höre ich
auch: Ich wusste gar nicht, dass es so viele schöne Hühner
gibt - wo kann ich die denn kaufen?« Mit zahlreichen dieser
Rennen hat der engagierte Züchter an vielen weiteren Orten
schon für sein Hobby geworben. |
| Den jüngsten Aufruf schienen die deutschen Hühner aber
nicht recht wahrgenommen zu haben. Lediglich vier Teams
- darunter ein Züchter aus den Niederlanden und der Initiator
selbst - gingen am Sonntag mit insgesamt acht Tieren an
den Start. Demgegenüber fiel die Zahl der anwesenden Medienvertreter
wesentlich höher aus. Allein die beiden Kamerateams mit
großem Tross standen sich während der Aufnahmen ständig
gegenseitig im Weg. |
| Bei dem Wettbewerb mussten die Hühner einen sechs Meter
langen Drahttunnel durchlaufen. Die Besitzer durften die
Tiere zwar anfeuern und locken, aber nicht berühren. Harry
Beerling und sein Sohn Vincent aus Nieuw Schoenebeek in
den Niederlanden setzten zwar zwei spurtstarke Vertreter
der Rasse »Deutsche Sperber« ein, gelangten aber nur auf
die dritte Position. |
| Patrick Schindler wollte seine Hühner eigentlich aus
Platzmangel abschaffen. Da er jedoch vor, 14 Tagen bei
den Thüringischen Meisterschaften den ersten Platz belegt
hatte, wurde daraus nichts. »Als Sieger habe ich dort
100 Kilo Futter gewonnen, da musste ich ja weitermachen«,
so Schindler. Seine Sporthühner bevorzugen allerdings
Fleisch. Und so durften sie vor dem Rennen von ihrer Lieblingsdelikatesse
naschen, um ihre Fitness zu steigern. War hier eventuell
Doping im Spiel? Plötzlich wurde eine Unterbrechung notwendig,
die Sperber mit den Kosenamen »Zwergerl« und »Fuchs« benötigten
eine Auszeit, um erst mal in Ruhe ein Ei zu legen. Im
zweiten Anlauf raschelte Tochter Daniela Schindler (6)
neben der Renn-strecke kräftig mit der Futterdse, und
die Hühner - nun erleichtert - sicherteten sich den zweiten
Platz. |
| Ein völlig anderes Konzept verfolgten Marco Darnauer
und Erhard Struckmeier aus Bünde. »Wir haben keine besonderen
Tricks«, meinte Struckmeier, nachdem sich die beiden Zwerg-Lakefelder
als beste Sprinter erwiesen hatten. Die westfälische Kleinhuhnrasse,
die ausschließlich in schwarz-weißer Färbung vorkommt,
ist vom Aussterben bedroht, verriet der Züchter. Im Westfälischen
Freilichtmuseum Detmold und im Tierpark Olderdissen sind
sie noch zu sehen. Auch Erhard Struckmeier besitzt 25
Exemplare und hält sie »wild mäßig«, das heißt in einer
weitläufigen, natürlichen Umgebung und mit großem
Abstand zu Menschen. »Die zahmen Hühner warten viel zu
lange und wollen gefüttert werden«, erläuterte Struckmeier
das Geheimnis seines Erfolges. »Die scheuen Zwerg-Lakefelder
kommen viel schneller ins Ziel.« |
| Und während die Sieger schon längst den Pokal in Händen
hielten, ließen sich die bei den Tiere der Gastgeber Georg
Clasbrummel und Thomas Meise ausgesprochen viel Zeit.
Der große, stolze, schwarze Hahn schien die Rennstrecke
mit einem Laufsteg zu verwechseln und wollte ausgiebig
für seine Schönheit bewundert werden. Da halfen auch alle
Anfeuerungsrufe und hingehaltenen Nudeln nicht weiter. |
| Der Veranstalter war nicht nur von seinen Tieren enttäuscht.
Auch das magere Zuschauerin- teresse dämpfte den Enthusiasmus
von Georg Clasbrummel. »Der Aufwand ist doch sehr hoch,
und man r:nuss viel aus eigener Tasche drauflegen«, sagte
er. »Ich (jberlege, ob wir überhaupt weitermachen sollen. |
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